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Category Archive for '2.f. Gedichte'

Der alte Kettenhund

Ich bin allein, es ist schon Nacht
und stille wird´s im Haus,
dort ist ein Feuer angefacht,
da ruht mein Herr sich aus.
Er liegt im warmen Federbett,
deckt bis ans Ohr sich zu,
und ich, auf meinem harten Brett,
bewache seine Ruh´.
Die Nacht ist kalt, ich schlafe nicht,
der Wind aus Ost weht kalt,
die Kälte ins Gesicht mir kriecht,
ich bin ja auch […]

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Menschlichkeit

Ich möchte, wenn ich Macht besitzen würde
der Ohnmacht meine Hilfe leihen,
um die beschwerte Seele von der Bürde
der Minderwertigkeiten zu befreien.
Ich würde,wenn mir Kraft gegeben
der Schwäche Selbstbewußtsein stärken,
sie würde sich ermannen und erheben
und nützlich sein in allen Werken.

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Hoffnung

Hab mir zu viel von Dir erhofft -
es war ein Traum, wie schon so oft.
Ich wollt Dir meine Seele geben -
und lag wie immer, stets daneben.
Ich kann nicht raus aus meiner Haut -
und war wie immer - viel zu laut.
Du wolltest von mir leise Töne -
wird Zeit, dass ich mich dran gewöhne.

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Was kostbar ist

Sind es nicht
Momente allein,
die kleinen Dinge,
die sich einbrennen
in uns für immer?
Es genügt nicht,
zu messen,
was einer hat,
was einer dir ist,
zählt viel mehr
und was
er dir schenkt an Zeit.
Schau nicht auf Äußeres,
schau in die Herzen
der Menschen allein,
nur das ist Wert,
nur das macht dich reich.
Ruth W. Lingenfelser

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Regentropfen

Regentropfen klopfen leise
musisch klingt die Melodie
stetig und auf ihre Weise
fast wie eine Symphonie.
Abgewandt von Akribie
klingt die zarte Notenpracht
doch mit wenig Phantasie
ist Musik daraus gemacht.

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Ratten im Versuchslabor

Um des Forschers Ruhm zu mehren,
und der Wissenschaft zu Ehren,
sterbt ihr einen schlimmen Tod,
Eure Schreie in der Not
erreichen keines Menschen Ohr,
Ratten im Versuchslabor.
Geburt und Tod,
so kurze Spannen,
Leben nur in Plastikwannen,
kleine Nasen schauen hervor,
Ratten im Versuchslabor.
Festgeschnallt auf kalten Tischen,
keine Chance zu entwischen,
bringt Euch des Menschen Hand den Tod,
in euren Augen Angst und Not,
steht so vielen noch […]

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Mondlicht

Die Liebe bricht herein wie Wetterblitzen,
die Freundschaft kommt wie dämmernd Mondenlicht.
Die Liebe will erwerben und besitzen,
die Freundschaft opfert, doch sie fordert nicht.
Emanuel Geibel

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Wenn du gehst

Wenn du nicht weißt wohin,
zeige ich dir den Weg.
Wenn es dir zu schwer wird,
nehme ich dir die Last von deinen Schultern.
Wenn du weinen willst lehne dich an mich an.
Wenn du fällst fange ich dich auf.
Wenn du durch die Hölle gehst,
bin ich an deiner Seite.

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Wichtigbläser

So oberschlau, so penetrant
was seid ihr bloß für Wichtigbläser.
Nie bescheiden, stillos, schamlos
widert ihr mich restlos an.
Hans Christoph Neuert

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Abschied von einem Freund

Es ist wahr, mein Freund, Abschied war da,
unsre Lieder leis nun ausgesungen.
In meiner Seele wohntest Du stets ganz nah,
schwebtest dicht bei mir, ganz ungezwungen.
Du bliebst echt, nur Du mein Freund,
liebtest meinen Sternenfimmel,
gemeinsam beschlich uns manches Leid,
jedoch auch viele warme “siebte Himmel”.

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